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Ihr Partner für Schallschutz Allclick AUSTRIA GmbH Wiener Straße 100 2511 Pfaffstätten Tel.: 02252/49 001-0 Fax: 02252/49001-40 office@allclick.at www.allclick.at Schallschutztechnik Inneneinrichtung Lagerhilfsmittel Lagereinrichtung AUS DEM INHALT der Anlagen zu erhöhen. Hier könnten beispielsweise die Wärmenutzungen ausgebaut werden, etwa durch die zusätz- liche Versorgung von Nah- wärmenetzen oder zusätzliche Trocknungsdienstleistungen, überlegt Stürmer: „Leider ist diese zusätzliche Wärmenut- zung mit dementsprechenden Zusatzkosten verbunden, womit die Wirtschaftlichkeit der Wär- menutzungen nicht immer ge- geben ist.“ Wirtschaftliche Wär- menutzungskonzepte wurden zudem schon bei fast allen An- lagen in den letzten zehn Jahren umgesetzt. „Hier ist leider schon ein gewisser Plafond erreicht, zusätzliche Wärmenutzungen haben es immer schwerer, auch wirtschaftlich dargestellt werden zu können“, so Stürmer. Greening the gas Die Technologie um Biogas und Biomethan aber völlig abzuschrei- ben wäre ein großer Fehler. Erst kürzlich hat die Johannes Kepler Universität Linz (JKU)dieErgeb- nisse einer interessanten Studie dazu präsentiert, der Titel: „Erhö- hung des Einsatzes von erneuer- barem Methan im Raumwärme- bereich“. Hier beschreiben die Forscher rund umRobert Tichler von der JKU, dass „Grünes Gas“ im Jahre 2050 Heizenergie für alle Gas- und Fernwärmekunden in Österreich liefern könnte. 75 Prozent (der rundzweiMilliarden Kubikmeter Gas) könnte man aus Biomethan, 25 Prozent aus synthetischem Methan (P2G) herstellen, und das in Konkur- renzfähigkeit gegenüber Wärme- pumpe, Pellets & Co. Wichtig ist den Forschern auch, dass dabei die Potenziale von Reststoffen sowie die Chancen der Kopplung mit Power-to-Gas-Technologien gehoben werden. (Mehr zu wei- teren Greening the Gas Techno- logienund zur Effizienzsteigerung in Biogasanlagen und Biomasse- werken ab Seite 4) Neben diesen Zukunfts- potenzialenhabeBiogas generell eine Sonderstellung unter den Erneuerbaren, wie Bernhard Stürmer betont: „Auf der einen Seite kann Biogas dann ver- stromt werden, wenn Strom gebraucht wird (Stichwort Dunkelflaute, oder Dürrepe- rioden) beziehungsweise kann die Leistung gedrosselt werden, wenn zu viel Strom da ist – zum Beispiel in der Mittagszeit, oder bei Sturm. Und: Biogas kann zu Biomethan aufbereitet werden und als Erdgassubstitut einge- setztwerden. Sei es alsTreibstoff (Bio-CNG, Bio-LNG), alsBack- up für dieVersorgungssicherheit (mittels Gaskraftwerken) oder zur CO 2 -neutralen Wärmever- sorgung in Städten (via Gas- thermen).“ Neben der flexiblen Stromerzeugung von Biogas schafft der Energieträger auch Wertschöpfung und Arbeits- plätze im ländlichen Raum. Diese regionale Verbundenheit wurde in letzter Zeit auch durch die Unterstützung von über 300 Bürgermeistern und durch die Landwirtschaftskammer Öster- reich deutlich gezeigt. „Ich bau mir mein eige- nes Kraftwerk!“ Land-, Forst- und Gastwirt Johann Steinwender ist seit Mai dieses Jahres stromautark und liefert zudem überschüssige Energie ins Netz. Das UmweltJournal zeigt die Ge- schichte des Kärntner „Autarkiefans“ bei einer Ener- giewanderung im Gitschtal. ab Seite 8 STANDPUNKT PeakOil revisited! Im Jahr 2014 habe ich imUmweltJournal einen umfangreichen Artikel über PeakOil geschrieben.MeineConclusiodamalswar, dass die Wahrscheinlichkeit für den Peak Oil in 2015 sehr hoch ist. Bis gegenEnde 2016 schienmeinePrognose zuhalten. Dann hat dieOPECeine Förderkürzung per Jänner 2017 beschlossen. EinigeOPEC-Staaten undRussland haben daraufhin imHerbst 2016 ihre Förderung stark ausgeweitet, um durch die „Cuts“ netto möglichst wenig an Förderung zu verlieren. Durch diese Sondersituation verschob sich nunmehr der Peak in denHerbst 2016 und auch der Jahresschnitt für 2016 liegt nun um einen Hauch höher als 2015. Pech. Die zugrunde liegende Dynamik hat sich aber nicht geändert. Im Gegenteil, es sind Risikofaktoren dazugekommen. Der Iran fördert nach den Sanktionen auf dem vorherigen Niveau. Liby- en undNigeria fördernwieder auf hohemNiveau, Russland und Saudi-Arabien nahe amLimit. Von diesen fünf sind daher keine relevantenZuwächsemehr zu erwarten. Lediglich denVAEund dem Irak ist eine zuzutrauen. Viel zu wenig, um die Rückgänge im Rest der Welt auch nur annähernd aufzufangen. Die IEA selbst prognostiziert, dasswir bis 2030 circa drei neue Saudi-Ara- biens benötigen. Solche Ölvorkommen wurden seit den 1970er nicht mehr gefunden ... Das Wunderkind der letzten Jahre ist die Schieferölförderung (Shale Oil) in den USA. Sie war es hauptsächlich, die eine Aus- weitung der globalen Förderung überhaupt ermöglicht hat. Al- lerdings hat die Branche noch keinen Dollar verdient, sondern Schulden von über 300 Milliarden US-Dollar angehäuft. Es handelt sich also eher um ein potemkinsches Dorf. Sobald der Kreditfluss versiegt, bricht die Branche zusammen. Die ersten Anzeichen dafür gibt es bereits. Der niedrige Ölpreis seit 2014 hat bewirkt, dass Ölkonzerne die Ausgaben für das Suchen und Aufschließen von neuen Feldern dramatisch zurückgefahren haben. Dies wird zu einer Verringerung der Non-OPEC För- derung ab 2019 führen. Die Förderung in der Nordsee dürfte endgültig zurückgehen. Demnächst wird Venezuela unter der Hyperinflation zusammenbrechen ... Und selbst wenn die globale Förderung in den nächsten Jahren doch noch ein wenig zu steigen vermag. Es reicht, wenn die steigende Nachfrage nicht mehr gedeckt werden kann, um den Preis für Öl durch die Decke gehen zu lassen. Vor allem für uns Europäer in der Eurozone als importabhängige Region (fast 100 Prozent) wird dies mehr als bitter werden. PatrickWagenhofer Wagenhofer Erneuerbare EnergienGmbH pw@wagenhofer-ee.com U M W E L T T E C H N I K • E N E R G I E • A B F A L L W I R T S C H A F T Retouren an Postfach 555, 1008 Wien | Österreichische Post AG | SCIAM Fachmedien GmbH & Co KG, Geblergasse 95, 1170 Wien | Zulassungsnummer: MZ 02Z030100 M P. B . B . V E R L AG S PO STAMT A - 1 1 7 0 W I E N SE I T 1994 | NOVEMBER 2017 – AUSGABE 6 | E INZELPRE I S : EURO 4 , 20 , - Th e ma d i e s e r Au s g a b e : Gr e e n i ng th e g a s Matthias Humpeler Eine gewerbliche Photovoltaikanlage hat zahlreiche nicht von der Hand zu weisende Vorteile. Seite 7 Arne Ragossnig Die direkte landwirtschaftliche Verwertung von Klärschlämmen wird äußerst kontrovers diskutiert ... Seite 15 Johannes Stern Die Önorm EN 13201 zu Beleuchtung öffentlicher Plätze und Straßen hilft Energie und Kosten sparen. Seite 18 Die „kleine“ Ökostromgesetzesnovelle ermöglicht es zahlreichen Betreibern von Biogas- und BHKW-Anlagen in Österreich wirtschaftlich weiterzuarbeiten. Dennoch werden viele Anlagen in den nächsten Jahren geschlossen – obwohl die Chancen der Technologie noch lange nicht ausgereift sind und hohe Effizienzsteigerungen möglich wären… Chance für effiziente Biogasanlagen? Um diese vielen Chancen der Technologie nicht völlig zu verspielen, müsse nun aber eine große Ökostromnovelle einen ordentlichen Schub bei den Erneuerbaren bringen, meint Stürmer. Dabei müsse ein be- sonderes Augenmerk auf der Gleichzeitigkeit von Produktion und Bedarf liegen. „Es bringt nichts, Strom im Sommer im Übermaß zu produzieren und imWinter, wenn sehr viel Strom gebraucht wird, zu importieren“, so Stürmer. „Wenn man sich den Jänner und Februar 2017 genau anschaut, fällt die Dring- lichkeit von Ökostromanlagen, die jederzeit ihre Kapazität voll ausnützen können, sofort auf.“ (UJ/FGW, ÖVGW) D as Abschalten von Biogasstrom für 160.000 Haushalte und von regionalen Wärmeversor- gungsnetzen sowie die Sicher- stellung der Entsorgung von biogenen Abfällen – dieses Hor- rorszenariowurdemitderkleinen Ökostromnovelle weitgehend verhindert. Dennoch haben die heimischen Biogasanlagenbetrei- ber keineswegs ausgesorgt. „Das jährliche Budget von 11,7 Millionen Euro reicht leider nicht für alle Biogasan- lagen“, sagt Bernhard Stürmer, Geschäftsführer des Kompost & Biogas Verbands Österreich. Wie viele Anlagen dieMöglich- keit haben weiterzumachen, könne zwar erst nach Be- kanntgabe durch die OeMAG (Abwicklungsstelle für Öko- strom) Ende März 2018 nach- vollzogen werden. Diejenigen Anlagen jedoch, die das Effi- zienzkriterium von 60 Prozent Strom und Wärmenutzung im Verhältnis zum Energieinhalt des Biogases nicht erreichen, werden keinen Nachfolgetarif bekommen. Zudem werden einige Betreiber ihre Anlagen trotz Zielerreichung abschal- ten; „Vor allem, da ihnen die Planungssicherheit fehlt, bezie- hungsweise politische Prozesse länger dauern als Nachschär- fungen in den Gesetzen ge- braucht werden“, sagt Stürmer. Kurzfristig gesehen ist es nun sicher – zum Erhalt vieler Biogasanlagen – nötig mit ge- zielten Maßnahmen die Effi- zienz und Wirtschaftlichkeit

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